Römische Kriterien zur Diagnose des Reizdarmsyndroms (IBS)
Die Römischen Kriterien sind ein Leitfaden, den medizinisches Fachpersonal verwendet, um die Symptome des Reizdarmsyndroms zu identifizieren und zu klassifizieren. Diese Kriterien werden regelmäßig von Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet aktualisiert und sind nach den internationalen Treffen in Rom benannt, bei denen sie entwickelt wurden.
Sie umfassen in der Regel spezifische symptombasierte Anforderungen, die erfüllt sein müssen, damit eine IBS-Diagnose gestellt werden kann. Diese Symptome helfen dabei, das Reizdarmsyndrom von anderen gastrointestinalen Erkrankungen zu unterscheiden. Zu den Kriterien gehören unter anderem:
- Bauchschmerzen oder Unwohlsein: Wiederkehrende Bauchschmerzen oder unangenehme Empfindungen an mindestens drei Tagen pro Monat in den letzten drei Monaten.
- Symptome im Zusammenhang mit der Darmentleerung: Bauchschmerzen oder Unwohlsein treten zusammen mit Veränderungen der Stuhlgewohnheiten auf, wie etwa der Häufigkeit oder Konsistenz des Stuhls.
- Veränderungen der Stuhlgewohnheiten: Dies kann Durchfall, Verstopfung oder eine Mischung aus beidem umfassen, oft als gemischte oder wechselnde Stuhlgewohnheiten bezeichnet.
- Dauer der Symptome: Die Symptome bestehen seit mindestens sechs Monaten vor der Diagnose.
Hinweis: Die Römischen Kriterien dienen nicht als alleiniger, endgültiger diagnostischer Test. Sie werden von medizinischem Fachpersonal als Teil einer umfassenden Beurteilung verwendet, die Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Tests zur Ausschlussdiagnostik anderer Erkrankungen umfasst.
Häufigste mögliche Ursachen des Reizdarmsyndroms (IBS)
- Ungleichgewicht des Darmmikrobioms
- Viszerale Überempfindlichkeit
- Psychologische Faktoren (Störungen der Darm-Hirn-Achse)
- Abnormale Darmmotilität
- Essstörungen
- Postinfektiöse Zustände, die eine Reaktion der Darm-Hirn-Achse ausgelöst haben
Was ist die Darm-Hirn-Achse?
Die Darm-Hirn-Achse bezeichnet die bidirektionale Kommunikation zwischen Darm und Gehirn. Diese Kommunikation erfolgt über verschiedene Wege, darunter das Nervensystem, Hormone und das Immunsystem. Die Darm-Hirn-Achse spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung vieler Körperfunktionen, einschließlich Verdauung, Stimmung, Appetit und Stressreaktionen.
Beispielsweise kann Stress oder Angst die Darmfunktion beeinflussen und Symptome wie Bauchschmerzen oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten auslösen. Umgekehrt können Probleme im Darm, wie Entzündungen oder ein Ungleichgewicht der Darmbakterien, Signale an das Gehirn senden und so Stimmung und kognitive Funktionen beeinflussen. Dies kann einen „Teufelskreis“ entstehen lassen, aus dem man nur schwer herauskommt.
Das Verständnis der Verbindung zwischen Darm und Gehirn ist entscheidend für die allgemeine Gesundheit, da Störungen dieser Kommunikationswege zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen beitragen können, einschließlich Reizdarmsyndrom (IBS), Depressionen und Angstzuständen.
Typen des Reizdarmsyndroms (IBS)
- Reizdarmsyndrom mit Verstopfung (IBS-C): Die Hauptsymptome sind Verstopfung, Unwohlsein und Blähungen.
- Reizdarmsyndrom mit Durchfall (IBS-D): Die Hauptsymptome sind Durchfall, Dringlichkeit und Bauchbeschwerden.
- Gemischtes Reizdarmsyndrom (IBS-M): Wechselnde oder gemischte Symptome aus Verstopfung und Durchfall.
- Nicht näher spezifiziertes Reizdarmsyndrom (IBS-U): Die Symptome passen nicht in eine der oben genannten Kategorien.
Herausforderungen bei der Diagnose
Die Diagnose des Reizdarmsyndroms (IBS) stellt aufgrund mehrerer Faktoren eine Herausforderung dar: die Variabilität der Symptome zwischen einzelnen Personen, das Fehlen spezifischer diagnostischer Tests, die Überschneidung der Symptome mit anderen gastrointestinalen Störungen wie entzündlichen Darmerkrankungen und funktioneller Dyspepsie, mögliche Fehlinterpretationen der Symptome durch Patientinnen und Patienten sowie medizinisches Fachpersonal, der Einfluss psychologischer Faktoren auf die Wahrnehmung der Symptome, die subjektive Natur diagnostischer Kriterien wie der Römischen Kriterien, potenzielles Stigma im Zusammenhang mit gastrointestinalen Beschwerden, das zu einem Zögern führt, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder Symptome zu bagatellisieren, sowie falsche Vorstellungen über IBS, die eine genaue Diagnose und Behandlung verzögern können.
Diese Komplexität unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Beurteilung durch medizinisches Fachpersonal, um eine präzise Diagnose und eine geeignete Behandlung des Reizdarmsyndroms sicherzustellen.
Haben Sie den Verdacht auf Symptome des Reizdarmsyndroms?
Wenn Sie nach dem Lesen dieses Artikels den Verdacht haben, dass Sie an dieser funktionellen Störung leiden können, empfehlen wir Ihnen, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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