25. 09. 2025

Einfluss von Antibiotika auf das Darmmikrobiom: kurzfristige und langfristige Auswirkungen

Einfluss von Antibiotika auf das Darmmikrobiom: kurzfristige und langfristige Auswirkungen

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Medikamenten in der Medizin. Sie helfen uns, bakterielle Infektionen zu bekämpfen, die sonst sehr gefährlich oder sogar lebensbedrohlich sein könnten. Obwohl Antibiotika Leben retten, ist ihre Einnahme nicht ohne Nebenwirkungen. Eine der wichtigsten Auswirkungen betrifft unser Darmmikrobiom — die vielfältige Gemeinschaft von Mikroorganismen, die in unserem Verdauungstrakt leben und eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit spielen.

Was ist das Darmmikrobiom und warum ist es wichtig?

Das Darmmikrobiom ist die Gesamtheit von Milliarden Bakterien, Hefen und anderen Mikroorganismen, die in unserem Verdauungstrakt leben. Es hilft uns dabei:

  • Nahrung zu verdauen: Einige Nahrungsbestandteile, wie Ballaststoffe und bestimmte Kohlenhydrate, können ohne die Hilfe von Darmbakterien nicht aufgespalten werden. Die Bakterien „verwandeln“ sie in Stoffe, die unser Körper nutzen kann.
  • Vitamine zu produzieren: Zum Beispiel B-Vitamine und Vitamin K, die wichtig für die Blutgerinnung und die Energieproduktion sind.
  • Das Immunsystem zu stärken: Das Darmmikrobiom kommuniziert mit unserem Immunsystem und hilft ihm, schädliche von nützlichen Bakterien zu unterscheiden.
  • Uns vor Krankheitserregern zu schützen: Bei einem gesunden und ausgewogenen Mikrobiom haben schädliche Bakterien kaum eine Chance, sich übermäßig zu vermehren.
  • Stimmung und Gehirn zu beeinflussen: Neue Studien zeigen, dass das Mikrobiom Substanzen produziert, die unser Nervensystem und unsere Stimmung beeinflussen können – daher spricht man von der sogenannten „Darm-Hirn-Achse“.

Jeder Mensch hat ein einzigartiges Mikrobiom – ähnlich wie ein Fingerabdruck. Es entwickelt sich bereits von Geburt an und wird beeinflusst durch Ernährung, Lebensstil, Stress, Krankheiten und die Einnahme von Medikamenten – insbesondere Antibiotika.

Wie Antibiotika das Mikrobiom beeinflussen?

Antibiotika sind darauf ausgelegt, Bakterien abzutöten. Ihre Wirkung ist jedoch nicht selektiv nur gegen schädliche Bakterien – oft werden auch die nützlichen Bakterien beeinträchtigt. Das Ergebnis ist eine Störung des Gleichgewichts, die Fachleute als Dysbiose bezeichnen.

Kurzzeitige Auswirkungen der Antibiotikaeinnahme

  • Durchfall und Magenbeschwerden: Sehr häufige Nebenwirkungen. Wenn Antibiotika einen Teil des Mikrobioms abtöten, wird die Verdauung und Nährstoffaufnahme im Darm gestört, was zu Blähungen, Krämpfen und Durchfall führen kann.
  • Verminderte Diversität der Mikroorganismen: Nach Abschluss der Behandlung ist die Anzahl und Artenvielfalt der Bakterien geringer als vor der Therapie.
  • Überwucherung bestimmter Bakterienarten: Durch das Ungleichgewicht der Darmflora können sich normalerweise harmlose Bakterienarten, die nur in geringen Mengen vorkommen, stark vermehren. Überschreiten sie eine gesunde Grenze, können sie pathogene Eigenschaften entwickeln und ernsthafte Beschwerden verursachen – beispielsweise kann Clostridium difficile schwere Infektionen hervorrufen, die oft schwer zu behandeln sind.

Langzeitwirkungen

  • Langsamere Wiederherstellung des Mikrobioms: Selbst nach mehreren Monaten oder einem halben Jahr kann die Zusammensetzung des Mikrobioms nicht mehr dieselbe sein wie vor der Einnahme von Antibiotika.
  • Erhöhtes Risiko für Gesundheitsprobleme: Es gibt Studien, die eine häufige oder langfristige Einnahme von Antibiotika mit einem erhöhten Auftreten von Allergien, Ekzemen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit und sogar einigen Autoimmunerkrankungen in Verbindung bringen. Die direkten Ursachen sind nicht vollständig geklärt, aber der Einfluss eines gestörten Mikrobioms wird als wahrscheinlich angesehen.
  • Schwächung der Immunantwort: Da das Darmmikrobiom das Immunsystem unterstützt, kann seine Störung zu häufigeren Infektionen oder einer schlechteren Reaktion auf Krankheiten führen.

Wie schützt man das Mikrobiom während und nach der Einnahme von Antibiotika?

Hier sind einige Tipps, um die negativen Auswirkungen zu mildern:

  • Antibiotika nur nach ärztlicher Empfehlung einnehmen – Selbstmedikation kann mehr schaden als nützen.
  • Natürliche Quellen von Präbiotika und Probiotika in die Ernährung einbeziehen – zum Beispiel Ballaststoffe aus verschiedenem Gemüse, Chicorée, Kefir, Joghurt, fermentiertes Gemüse, Kimchi oder Kombucha. Diese Lebensmittel helfen, das gesunde Gleichgewicht der Darmmikrobiota wiederherzustellen.
  • Zucker und Alkohol einschränken, da sie das Wachstum schädlicher Bakterien fördern.
  • Bei Bedarf ein sanftes Darm-Sorbens in Erwägung ziehen, das helfen kann, Toxine und schädliche Stoffe zu entfernen, ohne die Mikrobiota zu stören – die richtige Wahl ist dabei entscheidend.

Antibiotika sind ein unverzichtbares Medikament, doch es ist wichtig, sich ihrer Wirkung auf das komplexe Ökosystem unseres Darmmikrobioms bewusst zu sein. Pflegen Sie Ihr Mikrobiom, unterstützen Sie seine Wiederherstellung und beugen Sie so möglichen Komplikationen vor. Ein gesundes Mikrobiom bedeutet einen gesunden Körper und Geist.