Durchfall bei Kindern ist ein völlig normales Phänomen. Der kindliche Organismus reagiert sehr empfindlich auf viele Veränderungen, was zu unerwartetem, manchmal sogar unerklärlichem Durchfall führen kann.
Laut der WHO ist Durchfall die dritthäufigste Todesursache bei Kindern unter 5 Jahren; die geschätzte jährliche Zahl der Todesfälle durch Durchfall beträgt 443.832 Kinder. (1) Das Wissen darüber, wie man ein Kind in dieser Zeit betreut, ist entscheidend für seine Sicherheit und sein Wohlbefinden. Das Problem ist also ernst und wichtig, für Kinder oft lebensbedrohlich, insbesondere wenn die Ursache bakteriell oder infektiös ist.
Vorkommen von Durchfall bei Kindern
Der Durchfallprozess kann durch verschiedene Veränderungen ausgelöst werden, wie Infektionen, Zahnen, Ernährungsumstellungen oder sogar Stress (bei älteren Kindern). Bei Kleinkindern, insbesondere unter drei Jahren, kann Durchfall besonders gefährlich sein. Daher sollte das Auftreten von wässrigem Stuhl mehr als dreimal täglich Anlass zur Sorge geben. Die Symptome von Durchfall hängen vom Alter des Kindes, dem Zustand seines Immunsystems, dem Zustand des Verdauungstrakts und von der Ursache ab, die ihn ausgelöst hat.
Ein schneller Verlust von Flüssigkeit sowie von lebenswichtigen Mineralstoffen und Nährstoffen kann rasch zu schwerer Dehydratation und Schädigung bestimmter Organe führen.
Symptome und Arten von Durchfall bei Kindern
Durchfall wird üblicherweise in zwei Kategorien eingeteilt: akut und chronisch. Akuter Durchfall dauert maximal 14 Tage, während chronischer Durchfall auch nach Ablauf dieses Zeitraums bestehen bleibt. Zusätzlich zum häufigen Stuhlgang können folgende Symptome auftreten:
- Erbrechen
- Bauchschmerzen (Krämpfe oder Druckempfindlichkeit)
- Fieber
- Blasse Haut
- Schwäche oder Lethargie
- Schlafstörungen
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust (bei akuten Fällen)
- Veränderung des Stuhls (schäumend, geleeartig, ungewöhnliche Farbe usw.).
Wenn eines dieser Symptome auftritt, ist eine sofortige Rücksprache mit einem Kinderarzt erforderlich, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Ursachen von Durchfall
Durchfall wird meist durch Störungen im Verdauungssystem verursacht, häufig ausgelöst durch Toxine, Bakterien oder Viren. Der Körper reagiert darauf mit einer Beschleunigung der Darmperistaltik und häufig auch mit einer aktiven Wassersekretion in den Darm.
Zu den häufigsten Ursachen für akuten Durchfall gehören:
- Verzehr von minderwertigen oder kontaminierten Lebensmitteln
- Aufnahme von Wasser oder Lebensmitteln, die mit schädlichen Mikroorganismen kontaminiert sind
- Nebenwirkungen von Medikamenten oder Vergiftungen durch chemische Substanzen
- Darminfektion
- Übermäßiger Verzehr von Obst, Beeren oder Süßigkeiten
- Atemwegsinfektionen (z. B. Erkältung, Grippe oder andere Virusinfektionen)
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Bei Säuglingen unter einem Jahr tritt Durchfall häufig beim Übergang von Muttermilch zur Säuglingsnahrung oder bei der Einführung fester Nahrung auf, da sich der Verdauungstrakt an die neue Ernährung anpassen muss. Bestimmte Obst- und Gemüsesorten, Kuhmilch, Honig, Fisch oder Getreide können außerdem allergische Reaktionen hervorrufen, die zu häufigem Durchfall führen.
Chronischer Durchfall
Chronischer Durchfall ist in der Regel mit Erkrankungen verbunden, die die Funktion des Verdauungstrakts beeinträchtigen. Er kann als Folge einer Verschlechterung von Erkrankungen wie Pankreatitis, Colitis ulcerosa oder Reizdarmsyndrom auftreten oder aufgrund von Laktose- oder Glutenunverträglichkeit entstehen. Die Diagnose von chronischem Durchfall erfordert einen umfassenden Ansatz, der neben der körperlichen Untersuchung auch eine Sonografie des Bauches, eine Koloskopie, Gastroskopie, andere bildgebende Verfahren und biochemische Untersuchungen, z. B. auf Autoantikörper, umfassen kann.
Erste Hilfe bei Durchfall
- Wichtiger Schritt: Flüssigkeitszufuhr
Bei Durchfall verlieren Kinder und auch Erwachsene große Mengen Wasser und Elektrolyte (Salze), was zur Dehydration führen kann. Dehydration ist besonders für Säuglinge und Kleinkinder ein großes Risiko. Zu den Anzeichen von Dehydration gehören:
- Trockenheit im Mund oder an den Lippen
- Hautturgor (verminderte Hautelastizität)
- Einsinken der Fontanelle bei Säuglingen
- Weniger nasse Windeln oder Toilettenbesuche
- Fehlende Tränen beim Weinen
- Schläfrigkeit oder Reizbarkeit
Was zu tun ist:
- Orale Rehydratationslösung (ORS): Sie sind speziell dafür vorgesehen, verlorene Flüssigkeiten und Salze zu ersetzen. Sie sind in den meisten Apotheken erhältlich. Trinken Sie kleine, häufige Schlucke.
- Enterosgel: Verkürzt die Dauer und Intensität des Durchfalls. Es ist sicher für alle Altersgruppen, einschließlich Neugeborener. Dank seiner Struktur unterstützt es die Ausscheidung von adsorbierten Toxinen und schädlichen Substanzen, was bei der Behandlung bestimmter Zustände nützlich ist, wie der symptomatischen Behandlung von akutem Durchfall und dem Reizdarmsyndrom mit Durchfall. Nach Rücksprache mit einem Arzt kann es zusammen mit ORS verabreicht werden.
- Stillen: Wenn Sie stillen, setzen Sie das Stillen Ihres Kindes fort. Muttermilch ist die beste Quelle für Flüssigkeit und Ernährung.
- Wasser: Älteren Kindern regelmäßig Wasser anbieten, aber auf zuckerhaltige Getränke oder Säfte verzichten, da diese den Durchfall verschlimmern können.
2. Essen – was man geben sollte und wovor man sich hüten sollte
Viele Eltern fragen sich, ob sie ihr Kind während des Durchfalls nicht mehr füttern sollten. Die Antwort lautet: Nein. Kinder brauchen Nährstoffe, die ihnen bei der Genesung helfen, aber es ist wichtig, sich auf die richtigen Nahrungsmittel zu konzentrieren.
Was man geben sollte:
- BRAT-Diät: Dazu gehören Bananen, Reis, Apfelmus und Toast. Diese Lebensmittel sind geschmacklos, leicht verdaulich und helfen, den Stuhl zu festigen.
- Joghurt: Joghurt eignet sich für die Ernährung während des Durchfalls, da er reich an Probiotika (guten Bakterien) ist und helfen kann, das Gleichgewicht im Verdauungssystem wiederherzustellen.
- Brühen und Suppen: Sie sind schonend für den Magen und liefern zusätzliche Flüssigkeit.
Wovor man sich schützen sollte:
- Fettige oder frittierte Speisen: Sie sind schwer verdaulich und können Durchfall verschlimmern.
- Süße Speisen und Getränke: Zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsäfte oder Limonaden können den Darm reizen und den Durchfall verschlimmern.
3. Ruhe und Wohlbefinden
Durchfall macht müde. Sorgen Sie für viel Ruhe und Komfort für Ihr Kind.
4. Wann sollte man zum Arzt?
In den meisten Fällen ist Durchfall bei Kindern mild und klingt innerhalb ein bis zwei Tagen von selbst ab. Es gibt jedoch einige Symptome, bei denen Sie einen Arzt aufsuchen sollten:
- Anhaltender Durchfall: Wenn es länger als 3 Tage dauert oder sich verschlimmert.
- Schwere Dehydrierung: Wenn Ihr Kind Anzeichen wie eingesunkene Augen, trockenen Mund oder mehrere Stunden ohne Urin zeigt.
- Hohe Temperatur: Wenn Ihr Kind über 38 °C Fieber hat.
- Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl.
- Starke Bauchschmerzen oder Erbrechen.
Durchfall bei Kindern sollte bei Eltern nicht immer Angst oder Stress auslösen, ist aber dennoch ein wichtiges Thema. Es ist wichtig, die ersten Schritte der häuslichen Erste Hilfe beim Durchfall zu kennen und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sich der Zustand verschlechtert.
(1) https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/diarrhoeal-disease