17. 02. 2025

Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)

Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)

Verdauungsprobleme sind weit verbreitet, und viele Menschen verspüren Symptome wie Blähungen, übermäßige Gasbildung oder allgemeines Unwohlsein, ohne genau zu wissen, was die Ursache ist. Eine mögliche Ursache dieser Beschwerden ist eine Erkrankung namens Dünndarmfehlbesiedlung, auch als SIBO bekannt. In diesem Artikel erklären wir, was SIBO ist, wie es sich von anderen Darmproblemen unterscheidet, wie Sie feststellen können, ob Sie betroffen sind, und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Was ist SIBO?

Dünndarmfehlbesiedlung, auch als SIBO bekannt, ist ein Zustand, bei dem es zu einem übermäßigen Wachstum von Bakterien im Dünndarm kommt. Unter normalen Umständen ist die Bakterienkonzentration im Dünndarm deutlich niedriger als im Dickdarm. Beim Syndrom der Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) vermehrt sich jedoch die Bakterienzahl übermäßig, was zu einem Ungleichgewicht bei der Verdauung führt. Dies kann verschiedene Verdauungsprobleme auslösen, wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Es ist wichtig zu betonen, dass im Dünndarm eine zentrale Phase der Verdauung stattfindet – die Umwandlung von Nährstoffen und deren Aufnahme. Wenn in diesem Bereich ein Problem auftritt, hat dies nicht nur erhebliche Auswirkungen auf den Verdauungsprozess und die allgemeine Gesundheit, sondern auch auf die Nährstoffaufnahme, was Ernährung und Erhalt der körperlichen Gesundheit beeinflussen kann. Ist die Nährstoffaufnahme gestört, kann dies zu verschiedenen Komplikationen führen, wie Gewichtsverlust, Schwächung des Immunsystems und weiteren gesundheitlichen Problemen. SIBO betrifft also nicht nur die Verdauung, sondern kann auch weitreichende Folgen für die allgemeine Gesundheit des Körpers haben.

Wie unterscheidet sich SIBO von Dysbiose?

Dysbiose, auch Dysbakteriose genannt, bezeichnet eine Störung der qualitativen oder quantitativen Zusammensetzung der Mikrobiota im Dickdarm. SIBO hingegen bezieht sich spezifisch auf eine Überwucherung von Bakterien im Dünndarm. Während Dysbiose den gesamten Darm betreffen kann, konzentriert sich SIBO ausschließlich auf den Dünndarm und neigt dazu, schwerwiegende Verdauungsbeschwerden zu verursachen, wie Blähungen und Völlegefühl direkt nach dem Essen. Kurz gesagt: Alle Fälle von SIBO stellen eine Form der Dysbiose dar, aber nicht jede Dysbiose ist SIBO.

Was verursacht SIBO?

Mehrere Faktoren können zur Entstehung von SIBO beitragen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Verminderte Beweglichkeit des Dünndarms: Erkrankungen wie Diabetes oder Hypothyreose können die Bewegung der Nahrung durch den Dünndarm verlangsamen, was ein übermäßiges Wachstum von Bakterien begünstigt.
  • Strukturelle Anomalien: Probleme wie Divertikel (Ausstülpungen in der Darmwand) oder chirurgische Veränderungen des Darms können Bereiche schaffen, in denen sich Bakterien ansammeln.
  • Geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem kann es dem Körper erschweren, das Bakterienwachstum zu kontrollieren.
  • Einnahme bestimmter Medikamente: Langfristige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) oder Antibiotika kann das Gleichgewicht der Darmbakterien verändern und zur Entstehung von SIBO beitragen.
  • Weitere Darmprobleme: Das Risiko für SIBO kann durch Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom (IBS), Zöliakie oder Morbus Crohn erhöht werden.

Wie erkennt man, dass man SIBO hat?

Wenn Sie häufig Verdauungsbeschwerden haben, könnte SIBO eine mögliche Ursache sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Blähungen: Gefühl von Völlegefühl oder Schwellung im Bauch.
  • Bauchschmerzen oder Unwohlsein: Oft nach den Mahlzeiten.
  • Übermäßige Gasbildung: Gefühl von Blähungen oder vermehrter Gasabgang.
  • Durchfall oder Verstopfung: Durchfall kann abwechselnd oder allein auftreten.
  • Übelkeit: Gefühl von Unwohlsein, insbesondere nach dem Essen.
  • Plötzlicher Gewichtsverlust: In einigen Fällen kann das übermäßige Bakterienwachstum die Nährstoffaufnahme stören, was zu Gewichtsverlust führt.

Welche Tests weisen SIBO nach?

Es gibt zwei Tests zur Diagnose von SIBO: die bakteriologische Methode und der Wasserstoff-Atemtest.

  1. Bakteriologische Methode (Aspirat aus dem Dünndarm und Kultivierung)

Hierbei wird während einer Endoskopie eine Flüssigkeitsprobe aus dem Dünndarm entnommen, um das bakterielle Überwachsen zu überprüfen. Sie ist zwar genau, aber invasiv und wird daher nicht routinemäßig angewendet.

  1. Wasserstoff-Atemtest (mit Glukose oder Laktulose)

Der Wasserstoff-Atemtest ist eine nicht-invasive Methode, bei der Gase wie Wasserstoff oder Methan im Atem nach der Einnahme einer Zuckerlösung gemessen werden. Diese Zucker werden im Dünndarm fermentiert und erzeugen Gase, die ins Blut aufgenommen und ausgeatmet werden. Es gibt Atemtests mit Glukose oder Laktulose.

Es ist zu beachten, dass diese Tests relativ ungenau sind und eine hohe Rate an falsch-negativen sowie falsch-positiven Ergebnissen aufweisen.

Behandlung von SIBO

Die Behandlung von SIBO umfasst in der Regel eine Kombination aus Antibiotika, Ernährungsumstellungen und manchmal auch Prokinetika (Medikamente, die die Darmpassage fördern). Hier ist der übliche Behandlungsansatz:

  • Antibiotika: Die Hauptbehandlung von SIBO erfolgt mit Antibiotika wie Rifaximin, die gezielt die Bakterien im Dünndarm bekämpfen. In einigen Fällen können auch andere Antibiotika verwendet werden, abhängig davon, welche Bakterien betroffen sind.
  • Ernährungsumstellungen: Vielen Menschen mit SIBO hilft eine spezielle Diät, die sogenannte Low-FODMAP-Diät, die die Nahrungsquellen einschränkt, von denen sich die Bakterien im Dünndarm ernähren. Eine weitere Option ist die SIBO-spezifische Kohlenhydrat-Diät (SCD), die auf die Eliminierung fermentierbarer Kohlenhydrate abzielt.
  • Prokinetika: Dies sind Medikamente, die die Darmmotilität verbessern und dafür sorgen, dass der Dünndarm Nahrung und Bakterien effizient weitertransportiert.
  • Elementardiät: Diese spezielle Diät enthält Nährstoffe in Form leicht resorbierbarer Bestandteile, die dazu beitragen, übermäßig vermehrte Bakterien im Dünndarm auszuhungern. Sie hat sich in einigen Studien als wirksam erwiesen, wird aber in Tschechien nicht häufig angewendet und ist nur begrenzt verfügbar.
  • Pflanzliche Behandlung: Einige Menschen wählen natürliche Alternativen, wie pflanzliche „Antibiotika“ (z. B. Oreganoöl, Berberin oder Allicin aus Knoblauch), die antimikrobielle Wirkungen haben können. Die Verwendung von Kräutern erfordert jedoch die richtige Dosierung und Beratung durch einen Fachmann.
  • Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen: Wenn SIBO mit einer anderen gesundheitlichen Störung, wie Diabetes oder IBS, verbunden ist, kann die Behandlung der Ursache helfen, SIBO zu kontrollieren.

Neben diesen Behandlungsmethoden benötigen manche Menschen mit SIBO möglicherweise Nahrungsergänzungsmittel, um Nährstoffdefizite auszugleichen, die durch eine schlechte Aufnahme von Nährstoffen entstehen. Bei der Behandlung von SIBO kann jedoch auch eine beträchtliche Menge an Lipopolysacchariden (LPS) freigesetzt werden – toxische Substanzen, die beim Absterben von Bakterien wie Klebsiella oder E. coli entstehen, die im Dünndarm häufig übermäßig vorhanden sind. LPS haben eine proinflammatorische Wirkung, was Entzündungen im Körper verstärken und die Darmwand schädigen kann.

In diesem Zusammenhang kann Enterosgel eine wichtige Rolle spielen. Sein einzigartiger Wirkmechanismus besteht darin, LPS zu binden und aus dem Körper zu entfernen, wodurch Entzündungen gemildert und die Regeneration der Darmschleimhaut unterstützt wird. Dieser Prozess kann nicht nur bei der Behandlung von SIBO nützlich sein, sondern auch zur Wiederherstellung der Gesundheit der Darmflora und der gesamten Verdauung beitragen.

SIBO ist ein Zustand, der behandelbar ist, aber es ist wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen und eine Therapie einzuleiten. Wenn Sie häufig Verdauungsbeschwerden haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Untersuchung auf SIBO. Mit dem richtigen Behandlungsplan kann oft Linderung erreicht und das Gleichgewicht Ihrer Verdauungsgesundheit wiederhergestellt werden.